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Suppenausgabe in Mae Luiza Suppenausgabe in Mae Luiza In Mae Luiza geht das Leben weiter – mit der uns bekannten Dankbarkeit für die kleinen Freuden des Lebens und vor allem auch mit der Dankbarkeit über die Anteilnahme der Menschen aus dem fernen Deutschland. Die Situation ist für uns kaum vorstellbar: Im Viertel ist Hunger wieder auf der Tagesordnung.

Noch vor 2 Jahren hatten viele Menschen in Mae Luiza eine Beschäftigung, die für einen kargen Lebensunterhalt reichte. Das hat sich seit Corona geändert. Die Tourismusbranche ist eingebrochen, die Wirtschaft an sich auch, so wurden viele arbeitslos, die bis dahin in Hotels angestellt waren. Auch diejenigen, die sich durch Verkäufe am Strand über Wasser hielten, standen auf einmal vor dem Nichts. Kein Geld, um auch nur das nötigste zum Essen zu kaufen.

Das Centro Socio konnte dank der Unterstützung der Spender in Kochel und Penzberg Grundnahrungsmittel verteilen. Und dennoch konnten manchen Menschen den Reis nicht einmal kochen, weil auch für das Gas kein Geld da war. Pater Roberio ist immer im Einsatz – mit finanzieller Hilfe, die von seinen wohlhabenden Gemeindemitgliedern aus früheren Pfarreien kommt, und mit Suppe, die er vor seinem Haus täglich ausschenkt.


Seit ein dreiviertel Jahren gibt es auch keinen Schulunterricht mehr in Brasilien - für die Schüler der staatlichen Schulen auch keinen Distanzunterricht. Eine Tragödie angesichts des ohnehin schlechten Schulsystems. Das Centro Socio hatte das Casa Crescer, den Kindergarten und die Musikschule auch geschlossen, da so die Ansteckung mit Corona verhindert werden sollte. Die Schüler wurden mit Briefen zu kleinstmöglichen Aufgaben angehalten. Im Oktober letzten Jahres hatte das Casa Crescer jedoch wieder geöffnet und mit Schrecken festgestellt, dass den Jugendlichen die freie Zeit enorm geschadet hat - wer sonst so gerne zum Nachholunterricht gekommen war, ist träge geworden und nur schwer zu Anstrengungen und Disziplin zu bewegen. Umso besser, dass dies nun wieder eingeübt werden kann. Casa Crescer, der Kindergarten und die Musikschule arbeiten wieder – allerdings nur mit reduziertem Angebot, da ein Hygienekonzept eingehalten werden muss und deshalb nur halb so viele Schüler kommen können wie ehemals.
Die Not einzelner Jugendlicher regt die Fantasie der Verantwortlichen jedoch wieder einmal an, so dass besondere Notfälle – da ist zum Beispiel ein 15-jähriger Jugendlicher, der weder schreiben noch lesen kann – von Joselia in ihren Büro- und Freizeitstunden extra betreut werden.

Die Not ist groß, die Erinnerung an die Tage in Kochel und Penzberg hilft allen, die das Glück hatten zu einem Besuch eingeladen worden zu sein. Immer wieder kommen Bilder aus den glücklichen Tagen der Jubiläumsfeiern und des Programms mit Bergausflügen und Schifffahrten auf dem Kochelsee, mit den gemeinsamen Gesprächen und Unternehmungen. Danke allen für die Spenden und das Zusammensein!

Gisela Matschl Freundeskreis Mae Luiza Penzberg

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